Ich dachte bisher, das es in den USA die kuriosesten Gesetze gibt.

Jeder ist doch bestimmt schon mal “etwas” zu schnell gefahren, ohne sich wirklich Gedanken um die Konsequenzen zu machen. Und 20 km/h ist ja nun nicht die “Welt”, wenn man an den “Abzug” und die “Toleranz” denkt…

Fehlanzeige, zumindest in Finnland.

Jari Bär, Ex-Inhaber des finnischer Marktführers für Metallgitter, bekam einen Bußgeldbescheid für zu schnelles Fahren, der es in sich hatte. 111.888 Euro wies der Zahlschein aus, den das finnische Straßenverkehrsamt Herrn Bär zustellte.

Was war vorgefallen?

Jari Bär wurde in Siilijärvi in einer 60er Zone geblitzt. Er hatte mit 82 km/h die zulässige Geschwindigkeit um 22 km/h überschritten. Wie bei uns in Deutschland wird es auch in Finnland ab 21 km/h zu schnell teurer, deutlich teurer.

Wäre er mit 80km/h in die Radarfalle getappt, hätte er lediglich 115 Euro Strafe zahlen müssen, doch die Finnen nehmen bei härteren Verstößen eine interessante Bemessungsgrundlage zur Höhe der Strafe an: In Finnland richtet sich die Höhe des Bußgeldes dann nach der Höhe des jeweiligen Tageseinkommens des Straffälligen. Die Anzahl der Tagessätze hängt von der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung ab.

In Herr Bärs Fall machten die 22 km/h Überschreitung genau 12 Tagessätze seines Tageseinkommens von 2007 aus. Klingt erstmal gar nicht so schlimm, doch leider verkaufte Jari Bär genau in 2007 einen Großteil seiner Firma. Entsprechend hoch lag sein umgerechnetes Tageseinkommen in 2007. Nämlich bei beeindruckenden 9300 Euro pro Tag. Multipliziert mit 12 ergeben sich jene 111.888 Euro Strafe.

Das Herr Bär nach dem Verkauf der Firma deutlich weniger verdient, lassen die Behörden unberücksichtigt. Was lernen wir daraus? Nicht blitzen lassen - besonders in Finnland, wenn man vorher sein Unternehmen verkauft hat.

Quelle